Donnerstag, 11. März 2010

Bloggen und die Privatsphäre

Ich suche schon seit Längerem nach einer guten Mischung zwischen Privatem und Allgemeinem beim Bloggen. Das Dilemma ist klar: Privates über die eigene Person ins Internet zu stellen, ist eine gefährliche Sache, kann Seiteneffekte aller Art haben. Junge Leute tun das allzu oft. Die Privatsphäre geht verloren. Wer ehrlich ist im Internet, der stellt sich bloß vor anderen, die ihm nicht wohl gesinnt sind. Außerdem wird es schwerer wenn nicht sogar ganz unmöglich, die Fassade aufrecht zu erhalten, die im Berufsleben unabdingbar ist.

Auf der anderen Seite ist das nicht im Interesse des Lesers. Das für den Blogger Gefährliche wäre das Interessante, nämlich einen Blick in sein Privatleben zu werfen, an seinem Leben teilzunehmen. Wer interessiert sich schon für die Gedankengänge von Herrn oder Frau Irgendjemand, solange er nichts von ihm weiß, sich nicht in ihn hineinversetzen kann?

Ich sehe keine Lösung für das Dilemma. Das Dilemma ist symptomatisch für eine Gesellschaft, die zwar dem Voyerismus über die Medien fröhnt, vom Einzelnen aber erwartet, dass er die Fassade aufrecht erhält ... den Anschein wahrt.

Winnenden - 1 Jahr danach

Vor einem Jahr was das: eine 9-Millimeter-Waffe. Diese Waffengattung ist nicht olympisch, kann dicke Mauern durchschlagen, Metall durchschlagen. Solche Waffen werden in Deutschland immer noch von sogenannten Sportschützen eingesetzt.

In den einschlägigen Reportagen zu Winnenden ist es zu sehen. Da streuben sich einem die Haare: Immer noch Jugendliche mit diesen völlig sinnlosen 9-Millimeter am Schießstand. Man kann offenbar nicht jung genug sein, um damit anzufangen. Auch Winnenden schießen sie scheinbar immer noch auf die Pappscheiben. Wenn auch nur einer dabei ist, einer von den vielen, der einen seelischen Schaden hat, der austickt, dann passiert es wieder ...

Gabs da nicht mal einen Aufschrei in der Politik, man müsse die Waffengesetze verschärfen? Offenbar hat man nur ein paar scheinheilige kosmetische Korrekturen vorgenommen. Die Schießerei geht weiter!

Mittwoch, 10. März 2010

Textgattungen im Internet

Mit Aufkommen der Internet sind natürlich auch ganz neue Textgattungen entstanden, oder sind dabei, zu entstehen. Da sich die Technik immer noch rasant entwickelt, ändern sich damit auch die damit verbunden Möglichkeiten. Es ist schwer, Gattungen zu definieren oder Begriffe zu prägen für Phänomene, die sich im Fluss befinden.

Einiges kristallisiert sich dennoch heraus: Der Blog zum Beispiel ist eine anerkannte Ausdrucksform geworden, von der Wissenschaft entdeckt, von der Wirtschaft und natürlich von den diversen sozialen Gruppen, die sie schreiben.

Ich denke, der Erfolg des Blog auch damit zu tun, dass er seine Mittel einschränkt, sich also definiert, indem er auf technische Möglichkeiten verzichtet.

Bei der Gestaltung einer Homepage sind diese Möglichkeiten unbegrenzt. Damit kann alleine schon das Layout beliebig komplex werden. Inhalte können schnell in den Hintergrund geraten. Es ist einfach, sich zu verzetteln.

Bei Blogs ist das anders. Sie waren von Anfang an dazu konzipiert, einfach und schnell erstellbar zu sein. Es gibt Vorlagen für das Layout. Die Struktur richtet sich am Kalender aus. Die Zeitachse gibt die Hauptordnung vor. Natürlich, es gibt Labels und andere Ordnungsmerkmale. Dennoch bleibt ein Blog, was seine interne hierarchische Struktur angeht, überschaubar. Genau dadurch wird er für eine breitere Gruppe zu einem interessanten Ausdrucksmittel. Die Technik steht im Hintergrund ...

Dienstag, 9. März 2010

Blogspot contra Wordpress

Ich hab mich bis jetzt mit dem Thema Blogger-Software vor allem aus dem Blickwinkel beschäftigt: Wie bekomme ich meine Inhalte in den Blog? Ich bin dabei etwas eigen, denn ich würde ungern meine Inhalte auf Gedeih und Verderb einem Hoster oder einer MySQL-Datenbank anvertrauen.

Deshalb habe ich mich in den letzten Wochen damit beschäftigt, wie ein automatischer Upload von Content in Wordpress und Joomla! möglich ist. Nun ja, es gibt diverse Möglichkeiten, aber nicht das, was ich suchte. Was ich suchte ist nämlich genau das, was Google bietet, eine API, genauer die Blogger-API. Sie bietet die maximale Flexibilität. Durch ein kleines selbstgeschriebenes Programm kann ich meine Texte bei mir auf dem Rechner verwalten, sichern, umwandeln wie ich will, und sie bei Bedarf in meinen Blog leiten. Kein Aufruf irgendeiner Internetseite ist nötig.

Joomla!, eigentlich ein Content-Management-System, hat mich dabei an meisten enttäuscht. Es gibt kaum Möglichkeiten für einen automatisierten Upload. Wordpress ist da schon wesentlich vielseitiger. Über ein erweitertes RSS-Format lassen sich Inhalte abziehen und auch hochladen. Eine Programmierschnittstelle aber, über die die Inhalte direkt in der zu Wordpress gehörenden MySQL-Datenbank landen würden, gibt es jedoch nicht.

Wordpress wäre eigentlich meine erste Wahl gewesen, um meinen schon eine Weile bestehenden Blog vernünftigt auszubauen. An diesem Detail aber wird es scheitern. Ich gehe lieber mit Googles Blogspot. Man kann den Leuten von Google ja vieles nachsagen. Positiv fällt mir (mit meinen persönlichen Vorlieben) immer wieder auf: Bei Google wird gedacht, wie Programmierer denken. Es geht darum, die technischen Möglichkeiten auszureizen. Das gefällt mir an der Firma. Wenn ich eine bestimmte Wunschvorstellung davon habe, wie ich etwas gerne machen möchte, dann bietet mir immer noch Google am Häufigsten die Möglichkeit, es genau so zu machen. Ist ja auch eine Riesenfirma inzwischen. Die sind fleißig, bei Google ...

Sonntag, 14. Februar 2010

Meine Meinung zu Google books

Meine Meinung zu Google Books: Unübersichtlich, unhandlich, verworren, unausgegoren, nutzlos. Wenn sich die vielen Google-Kritiker mal diese Seite anschauen würden, würden sie sich vielleicht weniger Sorgen um ihre Urheberrechte machen.

Es ist so gut wie ausgeschlossen, hier eine sinnvolle Büchersuche durchzuführen, oder sich Bücher kostenlos herunterzuladen, um sie dann in aller Gemütlichkeit auf einem Ebook-Reader oder sonstwie zu lesen.

Nicht alles, was Google anpackt, ist genial. Und nicht vor allem braucht man Angst haben. Im Webdesign waren sie noch nie besonders gut. Die Google-Suche konnte nur deshalb so erfolgreich werden, weil sie auf ein Design so weit wie möglich verzichtet hat: Ein Eingabefeld für die Suche, ein Google-Logo, viel mehr enthielt die Seite lange Zeit nicht. Bis heute scheint sich an Googles Unfähigkeit, HTML-Seiten zu gestalten, nichts geändert zu haben. Diese Leute sind eine Technikertruppe. Bücher erwecken in denen nicht so viele Emotionen, höchstens vielleicht den dringenden Wunsch, alle zu digitalisieren.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Grundsätzliche Überlegung zum Thema Gut und Böse

Wäre ich damals im Russlandfeldzug dabei gewesen, als Deutschland noch unter dem Hakenkreuz stand, und hätte ich erlebt, wie es allmählich zu Ende geht. Was hätte ich getan?

Hätte ich erkannt, dass ich auf der Seite der Bösen stehe? Wahrscheinlich nicht. Gehen wir aber mal davon aus, ich hätte es erkannt und hätte beschlossen, die Seiten zu wechseln.

Sagen wir, ich wäre vor Stalingrad gelegen und hätte irgendwann beschlossen, die weise Fahne zu schwenken und zu den Russen überzulaufen. Ich hätte vielleicht sogar mit denen kolaborieren wollen, hätte ihnen alles verraten, was ich über die deutschen Stellungen gewusst hätte. (Nicht viel, nehme ich an.)

Nach dem Krieg hätte ich vermutlich nicht nach Deutschland zurückkehren wollen. Ein Überläufer hätte es nämlich auch im Nachkriegsdeutschland nicht einfach gehabt. Gehen wir also davon aus, ich wäre in Russland geblieben.

Dann wäre ich mitten in den Stalinismus geraten. Hinein in die schlimmsten Zeiten. Mit anderen Worten: Ich wäre von den Bösen zu den Bösen übergelaufen.

Also hätte ich besser an der Westfront kämpfen müssen. Dann hätte ich eine Chance gehabt, zu den Amis überzulaufen. Die haben sich schliesslich nach dem Krieg als die wahrhaft Guten herausgestellt.

Spätestens beim Vietnamkrieg hätte ich auch bei den Amis meine Zweifel bekommen.

Mit dem Guten und dem Schlechten scheint es nicht so einfach zu sein, hätte ich gedacht. Aber dann wäre ich ja schon in Rente gewesen. Ich hätte mit den Schultern gezuckt. Vielleicht hätte ich gesagt: "Wenigstens ein paar Jahre lang richtig gut gelebt." Das jedenfalls soll Feldmarschall Göhring gesagt haben, als er schon lange nicht mehr Feldmarschall war, sondern nach nach den Nürnberger Prozessen auf seine Hinrichtung wartete.

Es ist wohl besser, ich beschäftige mich nicht nicht länger mit der Frage, wie ich mich im zweiten Weltkrieg verhalten hätte.

Freitag, 5. Februar 2010

Zahlenvergleich

Die gestohlenen Daten aus der Schweiz sollen dem deutschen Finanzamt bis zu 500 Millionen Euro hinterzogener Steuern einbringen. Derzeit wird darüber diskutiert, ob der Staat für solche Daten einem Dieb 1,5 Millionen Euro geben wird.

In Deutschland herrscht die Meinung vor, dass es hier doch um sehr viel Geld geht, sehr viel!, und man konstruiert daraus ein moralisches Dilemma. Viele sagen, ohne "Illegales" ginge im Kampf gegen das böse böse Unrecht der Steuerhinterziehung ohnehin nichts.

Zur selben Zeit meldet der Herr Ackermann von der Deutschen Bank eine Gewinn NACH Steuern für sein letztes Geschäftsjahr von 5 Milliarden. Ich wiederhole: 5 Milliarden. Das ist das zehnfache des Betrag, der angeblich von Schweizer Konten zu holen ist. Dieser Gewinn wird in einer Branche gemacht, für deren Unterstützung der Staat vor kurzem bereits Milliarden ausgegeben und riskiert hat.

Also: Hier in Deutschland bleiben 5 Milliarden übrig, in den Taschen der deutschen Bankiers. Dort läuft man 500 Millionen hinterher, die in die Taschen Schweiz Bankiers gewandert sind. In Abwandlung eines alten Sprichtworts gilt: Besser die Taube auf dem Dach, als den Spatz in der Hand.